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Tiling-Denkmal, Gut Arenshorst

Reinhold Tiling
Reinhold Tiling

 

Reinhold Tiling, Pilot, Kunstflieger, Erfinder und Raketenpionier arbeitete in den Jahren 1929 bis 1933 auf dem Gut Arenshorst an der Entwicklung einer wiederverwendbaren Stufenrakete. Bei einem Versuch am 10. Oktober 1933 ereignete sich eine folgenschwere Explosion. Reinhold Tiling, seine Assistentin Angela Buddenböhmer und sein Mitabeiter Friedrich Kuhr erlitten schwerste Verbrennungsverletzungen, an denen sie am Folgetag verstarben.

Das Denkmal an der Unglücksstelle auf dem Gut Arenshorst erinnert an die Wirkungsstätte des Pioniers und Raketenforschers.

Reinhold Tiling stand mit seinen Visionen und Entwürfen schon an der Schwelle einer Epoche, die ihren bisherigen Höhepunkt mit dem Menschenflug zum Mond fand.

 

Angela Buddenböhmer, Sekretärin und Pulverlaborantin
Angela Buddenböhmer, Sekretärin und Pulverlaborantin

 

 Friedrich Kuhr
Friedrich Kuhr

 

 

Reinhold Tiling (1893 – 1933) – Pionier der Weltraumfahrt

 

Entwickelte und erprobte hier seine Feststoff-Raketen seit 1929

 

Der ehemalige Pilot des ersten Weltkrieges, Kunstflieger und Flugleiter des Osnabrücker Flughafens Netterheide machte sich bereits 1928 grundlegende Gedanken zum Raketenantrieb.

Doch erst als Baron Gisbert von Ledebur dem Visionär Tiling ab Januar 1929 Räume auf dem Gelände des Rittergutes Arenshorst zur Verfügung stellte, konnten dessen Ideen konkrete Gestalt gewinnen. Bereits im Juni 1929 wurde Vertretern aus Wirtschaft und Verwaltung sein erfolgreicher Rakatenstart vorgeführt. In rascher Folge trieb Tiling nun seine Entwicklung der Raketentechnik voran.

Werkstatt Gut Arenshorst
Werkstatt Gut Arenshorst

 

Werkstatt Gut Arenshorst
Werkstatt Gut Arenshorst
Werkstatt Gut Arenshorst
Werkstatt Gut Arenshorst

 

 

 

Grundlage waren drei Patente aus den Jahren 1928 bis 1929:

Das Flugmodell (FTL mit ausschwenkbaren Flügeln), das Kreiselmodell (KTL mit umklappbarem Leitwerk) und die neuartige Kammer – Seelen – Rakete (RTL) als Antrieb, wobei TL für Tiling – Ledebur steht. Treibstoff war nach besonderem Verfahren gepresstes Schwarzpulver. Die Brenndauer wurde dadurch von bisher 1 – 2 Sekunden auf 10 – 20 Sekunden verlängert. Der damit vergrößerte Impuls gestattete Schusshöhen von 12.000 Metern und Entfernungen von 20 km. „Die Lösung des Brenndauerproblems ist das Grundproblem, und ich habe es gemeistert. Ich habe eine Hochleistungs- Dauerbrand-Pulverrakete konstruiert“, sagte Tiling anlässlich einer Vorführung auf Wangerooge.

Zwar erreichten seine Raketenstarts im Ochsenmoor am Dümmer (1931, erste deutsche Postrakete), auf Wangerooge, in Berlin-Tempelhof, in Osnabrück-Atterheide bisher unerreichte Ergebnisse, doch nahmen bald Schwierigkeiten verschiedener Art alle Kräfte in Anspruch: einzelne unkontrollierte Explosionen zwangen zu Konstruktions- und Fertigungsänderungen, das von Privaten zur Verfügung gestellte Kapital war schneller aufgezehrt als erwartet. Die Folge war Erfolgszwang unter hohem Zeitdruck, um eine Vermarktungschance im Ausland nutzen zu können. Verbesserungen brachte eine Änderung der Kammerunterteilungen. Als „Sicherungen“ zwischen den Pulverkammern der Seele wurden Gummi- anstatt Keramikscheiben eingesetzt.

Dabei ging das bisher übliche Einbringen von Hand zu langsam, man nahm die hydraulische Presse zur Hilfe. Unter ihr explodierte die Pulverladung und entzündete das im Raum vorhandene übrige Pulver, zum Teil fertige Raketen. Das Labor neben dem Pumpenhaus wurde zerstört. Reinhold Tiling, Angela Buddenböhmer und Friedrich Kuhr erlagen in der folgenden Nacht am 11. Oktober 1933 im Osnabrücker Krankenhaus ihren schweren Verletzungen.

An der Stelle, an der die Unglückspresse stand, erinnert heute der vom Luftsportverein Bohmte-Wittlage errichtete Gedenkstein mit dem Raketenmodell an den Raketenpionier Reinhold Tiling und seine Helfer.

Reinhold Tiling stand mit seinen Visionen und Entwürfen schon an der Schwelle einer Epoche, die ihren bisherigen Höhepunkt mit dem Menschenflug zum Mond fand.

Diese Informationstafel ist am Ort des Unglücks errichtet worden, um die Erinnerung an Reinhold Tiling und seine Grundlagenforschung wach zu halten.

Moderne Weltraumfahrt:

Die Entwicklungen von Reinhold Tiling sind heute im Space Shuttle zu entdecken. Er begann 1928 seine Entwicklungen mit der Forderung: „Ein Raketenflugzeug muss geschoßähnlich starten und flugzeugähnlich landen können“.

Das Shuttle startet senkrecht mit zwei Feststoff-Boostern, Länge 45m, Durchmesser 3,7m, je 590 t Polymer-gebundenes Pulver in 4 Kammern. Sie werden nach Gebrauch abgesprengt, im Ozean geborgen und wieder verwendet. Das Shuttle erreicht mit seinen 3 Haupt-Flüssigkeits-Raketenmotoren eine Erdumlaufbahn in 290 bis 530 km Höhe und landet schließlich als Gleitflugzeug wieder auf der Erde.

 

 

 

Kuhr Friedrich Tiling 283 (3)
Friedrich Kuhr

 

Reinhold Tiling Netterheide Osnabrück (1)
Reinhold Tiling Netterheide Osnabrück

 

Space Shuttle _Atlantis (2)
Space Shuttle Atlantis

 


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